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Freitag, 17. August 2012

Münster, man is das ne Stadt!

Ich hatte mir Münster extra für einen Ruhetag ausgesucht, weil ich schon viel Gutes von dieser Stadt gehört hatte. Was ich dann heute gesehen habe, hat mich aber doch positiv überrascht.
Was zuerst auffällt, sind die vielen jungen Leute. Naja, ist ja ne Universitätsstadt. Aber dass hier wirklich fast Jeder mit dem Fahrrad fährt, ist schon beeindruckend.
Münster hat immerhin 280 000 Einwohner, ist also reichlich doppelt so groß wie Potsdam. Man stelle sich vor, dass in Potsdam die Hälfte der Einwohner täglich mit dem Fahrrad fahren würde ...
Das wäre praktisch nicht möglich, weil es die Infrastruktur gar nicht hergibt. Zu wenige und zu schmale Radwege, keine Aufstellflächen an den Kreuzungen, keine Stellplätze an den Brennpunkten.
Alle diese Dinge sind in Münster vorbildlich gelöst:
- breite, deutlich gekennzeichnete Radwege
- ein geschlossenes, weit verzweigtes Radwegenetz
- großzügige Aufstellflächen an den Kreuzungen vor den Autos
- separate Fahrspuren im Kreisverkehr
- Ausnahmeregeln für Fahrräder zum Befahren von Einbahnstraßen
- Abstellplätze in der gesamten Stadt, am Bahnhof ein Fahrradparkhaus für 3500 Fahrräder
  einschließlich Gepäckaufbewahrung und Reparaturservice
- einen geschlossenen Fahrradstraßenring um die gesamte Altstadt
Ich bin beeindruckt - und erinnere mich, dass vor ca. 8 Jahren ein Potsdamer Oberbürgermeister Matthias Platzeck den Anspruch geäußert hat, Potsdam zur fahrradfreundlichsten Stadt Deutschlands zu machen ...
Dazu gehört eine Strategie, die Münster offensichtlich seit Jahrzehnten verfolgt und die Potsdam bis heute nicht hat. Man sollte den Verantwortlichen eine Dienstreise nach Münster verordnen, damit sie nicht weiter sinnlos Gelder für ein zusammenhangloses Flickwerk vergeuden!
Genug gemeckert, Münster hat auch noch andere schöne Seiten - eine lebendige Innenstadt, viel Grün, sehr nette Menschen und einfach viel Flair. Letzteres hängt gewiss mit den genannten Vorzügen zusammen.
Heute war ich mit dem Fahrrad ohne Gepäck unterwegs. Wunderbar leicht, ohne klappernde Taschen flog ich dahin - oder so ähnlich.
In dieser Stadt muss man sich als Fahrradfahrer aufmerksamer verhalten als üblich. Man wird ständig überholt oder überholt selbst, es gibt starken Gegenverkehr und Fußgänger und Autos sind auch noch da. Wenns Probleme gibt hilft Lächeln, hat jedenfalls bei mir geklappt.
Wie ich aus nunmehr 62jähriger Erfahrung sagen kann, ist Lächeln sowieso ein prima Mittel gegen Probleme. Wissen nur nicht alle ...
Ehe es jetzt zu philosophisch wird, mache ich jetzt mal Schluss.














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